Oder: Unser(e) Kleine(r) gehört bald zu den Großen!

„Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan beleuchtet Übergänge im Bildungssystem aus einer neuen Perspektive und sieht sie mehr als Chance denn als Krise. Übergangsphasen werden als Phasen beschleunigten Lernens und beschleunigter Entwicklung gewürdigt. Alle daran beteiligten Personen, also Kinder, deren Familien, aber auch die Fachkräfte in den Einrichtungen und Tagespflegepersonen können den Prozess aktiv beeinflussen und in der Interaktion zum Gelingen des Übergang beitragen.

Die Transitionsforschung* hat gezeigt, dass frühe Übergänge besonders wichtig sind: Kinder, die zum Beispiel den ersten Übergang von der Familie in die Tagespflege oder in eine Kindertageseinrichtung erfolgreich bewältigt haben, erwerben dabei vielfältige Kompetenzen und Selbstvertrauen, von denen sie in späteren Übergängen vom Kind bewältigt wird, desto leichter verlaufen auch die folgenden Transitionen – zum Beispiel in den Kindergarten. Deshalb wird dieser Übergang von Wissenschaft und Praxis als wichtige und zentrale Schlüsselsituation der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung bezeichnet.“

Dies ist ein Zitat, das aus dem Werk „Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren – Handreichung zum Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung“ stammt.

Seit dem Jahr 2010 gibt es diese Handreichung zu dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan.

* Transition bedeutet Übergang, Austausch oder Wechsel.

Bevor für unsere Krippenkinder der Übergang in den Kindergarten beginnt, findet ein intensiver Austausch zwischen Eltern/Erziehungsberechtigte und dem Erzieherpersonal statt.

Dass heißt, dass gleich zu Beginn die Eltern in einem Elterngespräch über den Verlauf und die Gestaltung des Überganges und über den aktuellen Entwicklungsstand ihres Kindes informiert werden. Das Gespräch selbst wird zusammen mit einer Erzieherin aus der Krippe geführt.

Im Verlauf des Überganges bekommt die Familie und vor allem das betroffene Kind eine „Bezugserzieherin“. Hier ist meist eine Erzieherin aus dem Krippenpersonal gemeint, die hauptsächlich für das Kind im Krippenalltag zuständig ist und zu der das Kind am meisten Bezug und Kontakt hat. Der Übergang selbst wird etwa drei bis vier Wochen vor dem Übertritt des Kindes in den Kindergarten von statten gehen.

Neben dem Elterngespräch ist die Vorbereitung für das Krippenkind ein weiterer, wichtiger Bereich und ein nächster großer Schritt.

Es finden beispielsweise regelmäßige Hospitationen im Kindergarten statt. Stück für Stück kann das Krippenkind seine neue Umgebung kennen lernen und erkunden. Die Bezugserzieherin ist selbstverständlich mit dabei. Das Kind fühlt sich sicher und kann sich besser auf die neue Situation einlassen. Auch werden durch die Hospitation Verknüpfungen beim Kind aufgebaut und gefestigt.

Ebenso feste Rituale und immer wiederkehrende Elemente im Tageslauf begünstigen dies. Dies könnte zum Beispiel in Form eines Begrüßungsliedes im Morgenkreis, Regel und Rituale beim Frühstück, etc. sein.

Auch Angebote im Tagesablauf teilweise gruppenübergreifend fließen für den Übergang mit ein. Das heißt, dass bekannte Lieder, Bewegungsspiele, etc. aus Krippe in der neuen Kindergartengruppe durchgeführt werden und umgekehrt.

Bei solchen Angeboten besuchen sich die Krippen- und Kindergartenkinder sozusagen gegenseitig und sind bei dem Anderen mit dabei. Auch baut das Krippenkind Parallelen auf und verknüpft kognitiv Elemente miteinander. Zur Unterstützung wird ein bestimmtes Kindergartenkind als Patenkind für das jeweilige Krippenkind ernannt. Das Krippenkind bekommt somit schon zu Anfangs einen guten Anschluss zu seiner neuen Gruppe.

Es gibt zahlreiche Angebote, den Übergang zu gestalten und mit dem Kind durchzuführen. Angeknüpft werden dabei daher auch an die Interessen des Kindes.

Zum Schluss sind die Vorbereitungen für den Übergang abgeschlossen. Zum Beispiel wird bei uns in der Krippengruppe der Geburtstagkäfer abgehängt und das Kind kann diesen mit nach Hause nehmen.Für das Kind muss es ein sichtbares Symbol sein, damit das Gefühl entsteht: „Hurra, ich bin ein Kindergartenkind“ bzw. es weiß, dass es ab dem heutigen Tag im Kindergarten ist.