Vorbereitung auf die Schule

Wir nennen den hier dargestellten Abschnitt bewußt nicht Vorschulerziehung, denn dies würde unsere Bildungs- und Erziehungsbemühungen in diesem Bereich auf eine einjährige, schulvorbereitende Förderung von Fünfjährigen reduzieren.
Vorbereitung auf die Schule, wie wir sie verstehen, umfaßt den gesamten Zeitraum der Kindergartenbildung und – erziehung, also die Drei- bis Sechsjährigen.
Wenn man es genau nimmt ja sogar schon die Zeit davor, von der Geburt an lernt das Kind für die Schule. Wir fördern die Kinder in allen Bereichen und versuchen Auffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen vor dem Schuleintritt zu korrigieren.
 

Schulfähig sein heißt für die Kinder:

- sich auf die Schule zu freuen, also keine Angst und ein gewisses Selbstbewußtsein zu haben.

- das Kind muß schulreif sein in Bezug auf die körperliche Reife (Größe und Gestaltswandel)

- das Kind soll Anweisungen verstehen und Umsetzen können.

- Konzentrationsfähig sein.


Es ist notwendig bei unseren Kindern bereits im Kindergartenalter Fähigkeiten und Fertigkeiten, Einstellungen und Haltungen herauszubilden, die es ihnen ermöglichen, auch in ihrem weiteren Leben erfolgsorientiert, mit Erfolgszuversicht, mit Mut und Vertrauen in die eigenen Kräfte auf problematische Veränderungen zu reagieren. Wir müssen unsere Kinder bereits im Kindergarten in die Lage versetzen im Spiel und in der Beschäftigung individuelles Arbeiten und selbstorganisiertes Lernen zu erproben. Wir müssen unsere Kinder entsprechend ihren eigenen Fähigkeiten fordern und fördern, um sie mit Mut, Zuversicht und Erfolg an neue Aufgaben heranzuführen. Unsere Kinder müssen im Kindergarten erleben, und lernen, daß sie eine Sache „selbst in die Hand“ nehmen und zielstrebig zu Ende führen können. Dies nützt ihnen mehr, als sie mit Stoff „vollzupumpen“, der ihnen in der Schule mit anderen, schulspezifischen Mitteln viel besser, und bei entsprechenden, im Kindergarten erworbenen Grundhaltungen wie Motivation, Lerneifer und Gestaltungsfreude, Interesse, Offenheit und Zugänglichkeit, auch viel zielgerichteter, auf schulische Belange abgestellt, beigebracht werden kann. Deshalb bringen „Arbeits- bzw. Vorschulblätter und die Vorschulerziehung“ überhaupt nichts, durch diese kann man allenfalls eine Leistung überprüfen (Kann das Kind z.B. Tiere ihren Lebensraum zuordnen) und ihnen dies nicht beibringen. Denn dies geschieht durch Gespräche, Malen und Anschauen, Befühlen und vieles anderes mehr, so wie wir im Kindergarten unsere Beschäftigungen aufbauen. Neben der Förderung der kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten müssen vor allem Grundeigenschaften wie Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit, Selbständigkeit, Mut zu eigenen Problemlösungen, Leistungsbereitschaft, Gestaltungswille und Gestaltungsfähigkeit, kindliche Neugier und Interesse, Phantasie, Einfalls- und Ideenreichtum, Bereitschaft zur Zusammenarbeit, Beziehungs-, Kommunikations- und Kontaktfähigkeit und Offenheit ein Schlüssel zum schulischen Erfolg sein.


„Für den Elementarbereich sind schulähnliche Organisationsformen zu vermeiden. Vorbereitung auf die Schule geschieht eben nicht dadurch, daß man schulische Leistungsforderungen zeitlich vor verlagert, sondern dadurch, daß man die Fähigkeit stärkt, sich angstfrei zu bewegen und das der kindliche und spontane Betätigungs- und Entdeckungsdrang befriedigt wird“(Auszug aus dem Kindergartengesetz)

(d.h. nicht der Kindergarten übernimmt bereits Lerninhalte aus der Schule, sondern die Schule
führt Elemente aus der Kindergartenpädagogik weiter.) Im Nachmittagsprogramm "Schulwerkstatt" werden Mathematische und Kognitive Fähigkeiten überprüft, gestärkt und gefördert.

 

Dennoch fördern wir die "Großen" auch extra; einmal in unserem Nachmittagsprogramm: "Schulwerkstatt" und zum anderen während der ganz normalen Zeit in der Gruppe. Hier werden Beschäftigungen in Kleingruppen gemacht, die nur auf Ihr Alter abgeziehlt sind. (z.B. Experimentieren mit Luft, Wasser, Schall und Farben, soziale Projekte- wie der Friedensteppich, Lernspiele wärend der Freispielzeit und vieles, vieles mehr.) Aber auch die "Kleinen" werden genauso gefördert, nur ihrem Alter entsprechend. Diese Förderung findet auch nur "spielerisch" statt, hier wird nicht auf Leistung wert gelegt, oder etwas stupide auswendig gelernt,  sondern hier darf vor allem ausprobiert, selber gemacht und so spielerisch gelernt werden. Es geht hier nicht darum, abfragbares Wissen zu vermitteln oder Lerninhalte der Schule vorzuziehen, sondern zu fragen, und nach Antworten selbst zu suchen. Das ist Forschen, und so lernt man Lernen.

"Erkläre mit und ich werde vergessen, zeige mir und ich werde mich erinnern, beteilige mich und ich werde verstehen. " (J.J. Rousseau)

 

Was wir mit unseren "Schuki´s" (Schulkinder) auch noch machen ist das                                                  

Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache. 

Was ist das ?  Dies ist ein Programm, dass den Kindern im Vorschulalter das Lesen- und Schreibenlernen in der Schule immens erleichtern soll. Dies ist durch wissenschaftlichen Untersuchungen vom Institut für Frühpädagogik belegt.

Kinder im Vorschulalter haben in der Regel eine gut verständliche Umgangssprache, verfügen über einen ausreichenden Wortschatz und verwenden eine weitgehend korrekte Grammatik. Die Kinder können problemlos mit ihrer Umwelt kommunizieren. Bei dieser alltäglichen Kommunikation konzentrieren sich die Kinder aber ausschließlich auf die Bedeutung und den Inhalt des Gesagten. Die andere Seite der Sprache - deren Form und Struktur - ist ihnen nicht immer bewußt. Vielen "Schuki´s" fällt es teilweise noch schwer, das, was sie sagen, in einzelne Wörter, Silben und Laute aufzuteilen. Später in der Schule sollen sie dann aber recht schnell lernen, dass diese Laute von bestimmten Zeichen - den Buchstaben - repräsentiert werden. 

Die Ergebnisse zahlreicher psychologischer und pädagogischer Studien belegen, dass sprachliche Bewusstheit eine sehr wichtige Voraussetzung zum problemlosen Lesen- und Schreibenlernen ist und dass entsprechend geförderte Kinder im Vergleich zu nicht geförderten bis weit in die Grundschulzeit ninein von dem Trainingsprogramm "Hören, lauschen, lernen profitieren.                                                                                                                                                                              

Deshalb führen wir dieses Programm mit unseren 5 - 6 jährigen Kindern durch. Es umfasst einen Zeitraum von 20 Wochen und dauert täglich ca. 15 -20 Minuten.

Es beginnt mit Lauschspielen, die das Ziel haben, das Gehör der Kinder für Geräusche in ihrer Umgebung zu schulen und dabei auch das Wissen zu vermitteln, dass Sprache etwas ist worauf man hören und lauschen muss.  Dann werden "Reime" eingeführt. Die Kinder sollen nun Parallelen in der Lautstruktur als sprachliches Prinzip entdecken und anwenden. Als nächstes werden die Kinder mit den Konzepten "Satz und Wort" vertraut gemacht, und sie lernen, dass sich gesprochene Sätze in kleineren Einheiten (Wörter) zerlegen lassen.                                                                                           

Die nächsten Trainingseinheiten widmen sich der Identifikation von "Anlauten" in Wörtern und der Arbeit mit "Phonemen" d.h. die Kinder üben, sich auf Laute innerhalb des Wortes zu konzentrieren und die Lautgrenze akustisch wahrzunehmen. (Hören, lauschen, lernen / Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter von P.Küspert u. W.Schneider)

Das Trainingsprogramm wird nur mit den "Großen" durchgeführt, das heißt dadurch auch mit einer Kleingruppe. Jede der sechs Trainingseinheiten beinhaltet sieben bis fünfzehn verschiedene Sprachspiele, wobei im Programmablauf besonderer Wert darauf gelegt wird, Spiele, die aufmerksames Zuhören verlangen, mit Bewegungsspielen abzuwechseln. Wir hoffen, dass unsere Kinder durch dieses spielerische Trainingsprogramm einen Vorteil in der Schule haben und sich natürlich dadurch beim Lesen- und Schreibenlernen leichter tun.